Erneut Schweizer Meisterinnen

WASSERBALL. Die Frauen aus Winterthur sind am Samstag zum zweiten Mal Schweizer Meisterinnen geworden. Dank eines hervorragenden letzten Viertels gegen Horgen.

Der Tag mit den letzten beiden Matches der Meisterschaft hätte schlechter kaum beginnen können. Am Samstag Morgen unterlagen die Winterthurer Wasserballerinnen überraschend der Stadtmannschaft Zürich mit 11:13. «Unser Spiel war schlecht, von ziemlich allen», urteilte die Winterthurer Topskorerin Katja Rauber. Die Zürcherinnen wiederum nutzten die vielen Ausschlüsse zu fünf Toren in Überzahl. Die Entscheidung fiel 42 Sekunden vor Ende, als die frühere Winterthurerin Erika Krey das 13:11 erzielte.

Allerdings hatte der Ausgang der Partie keinen grossen Einfluss auf die Chancen der SCW-Frauen, zum zweiten Mal nach 2014 den Meistertitel zu gewinnen. Im letzten Spiel gegen das zweitplatzierte Horgen musste nun einfach ein Sieg her statt eines Unentschiedens. Evelyn Thomas, Spielerin und Teamverantwortliche, gestand sogar, sie froh gewesen über die Niederlage: «Die Euphorie vor dem Spiel gegen Horgen wäre sonst zu gross gewesen, und Horgen ist eine mental sehr starke Mannschaft».

Gegen die Herausforderer agierten die Winterthurerinnen prompt aggressiv und konsequent und gewannen mit 10:6. Der SCW erarbeitete sich allein in der ersten Spielhälfte sechs gegnerische Ausschlüsse. Rauber war am Center nur durch Fouls zu stoppen: Daraus resultierten drei Treffer in Überzahl. Einzig die Chancenauswertung war ungenügend. Da die Horgnerinnen vor dem Tor effizienter agierten, stand die Partie nach zwei Vierteln noch 4:4 unentschieden.

Am Ende die bessere Equipe

Im dritten Viertel verpassten es die Frauen vom Zürichsee aber, zwei Strafen gegen Winterthurs Centerbackspielerin Benigna von Ballmoos zu nutzen. Im ersten Überzahlspiel traf Florence Kern die Latte, im zweiten wehrte Keeperin Anabel Vallmitjana gegen Tamara Iten ab. Das dritte Viertel endete torlos. In den letzten acht Minuten erwies sich Winterthur dann als das Team mit den grösseren Reserven.

«Wir spielten diese Saison generell gegen Schluss besser», sagt Rauber. «Jede Spielerin wusste, dass es darauf ankommt, und hat alles aus sich herausgeholt.» Die entscheidenden vier Tore gelangen innert zweier Minuten mit Würfen aus der Distanz: Nadja Hartmann zwei Mal, Athena Grandis und Linn Buob trafen zum 8:5. Die weiteren Treffer von wiederum Hartmann und Rauber zum 10:6 waren nur noch die Zugabe – als die erfolgreiche Titelverteidigung schon feststand.

Stefan Kleiser

Nationalliga Frauen: Stadtmannschaft Zürich – Winterthur 13:11 (3:1, 1:4, 5:1, 4:5). – Torfolge: 1:0, 3:1, 3:3, 4:6, 9:6, 9:8, 10:9, 11:10, 12:11, 13:11. – Strafen gegen Zürich 2, gegen Winterthur 8. – Zürich: Mloch; Krey Halloran (3), Badulescu (2), Manzoni, Frei, Villars (2), Mader, Adler (4), Howald, Mäder (2). Coach: Weber. – Winterthur: Vallmitjana; Buob (3), Siegrist, Schurter, Rauber (1), Canonica, Frei, van Westendorp (2), von Ballmoos (1), Nägeli, Thomas, Grandis (1), Hartmann (3). Coach: Moldovanov.

Winterthur – Horgen 10:6 (2:2, 2:2, 0:0, 6:2). – Torfolge: 0:1, 2:1, 4:2, 4:4, 5:5, 9:5, 10:6. – Strafen gegen Winterthur 10, gegen Horgen 9. – Winterthur: Vallmitjana; Buob (2), Siegrist, Schurter, Rauber (1), Canonica (2), Frei, van Westendorp, von Ballmoos, Nägeli, Thomas, Grandis (2), Hartmann (3). Coach: Krüsi. – Horgen: Vetterli; Nagy, Andrea Moor, Beerli, Jäger (1), Barbieri, Pape (1), Velikova (1), Item (2), Barbara Moor, Kern, Henzi, Iten (1).

Teamfoto der Damen

Am Ende die bissigere Equipe: Die Winterthurer Wasserballerinnen verteidigen mit einem Sieg über Horgen den im Vorjahr gewonnenen Meistertitel. Stefan Kleiser

Nadja Hartmann

Drei Tore im letzten Viertel: Nadja Hartmann bringt die Winterthurer Wasserballerinnen gegen Horgen in die Spur zum zweiten Meistertitel. Stefan Kleiser

 

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Zwei klare Siege in Genf

WASSERBALL. Die erwarteten zwei Erfolge haben sich die Damen aus dem Schwimmclub Winterthur im Doppelspiel vom Samstag in Genf erspielt. Der Gegner, am Schluss der Frauenliga klassiert, blieb chancenlos, während sich die Winterthurerinnen alle Chancen auf die Verteidigung des Meistertitels wahrten. Im ersten der beiden Spiele, das 16:10 endete, fiel die Entscheidung nach ausgeglichenen ersten acht Minuten im zweiten Viertel, das die Gäste mit 5:1 für sich entschieden.

Als beste Torschützin konnte sich Athena Grandis auszeichnen, die sechs Mal erfolgreich war. In der zweiten Partie lagen die Winterthurerinnen nach 13 Minuten 3:5 in Rückstand, konnten das Skore aber bis zum Seitenwechsel ausgeglichen gestalten. Danach legten sie einen Gang zu und erarbeiteten sich innerhalb von acht Minuten einen Sechs-Tore-Vorsprung. Am Ende resultierte dann ein 18:8-Sieg. Die Winterthurerinnen bleiben damit an der Tabellenspitze. skl

 

Nationalliga Frauen: Genf – Winterthur 10:16 (3:4, 1:5, 3:5, 3:2). – Torfolge: 0:1, 1:2, 3:2, 3:7, 4:11, 5:13, 6:14, 7:15, 10:15, 10:16. – Strafen gegen Genf 5 und 1 Fünfmeter, gegen Winterthur 8 und 2 Fünfmeter. – Genf: Haldi; Mangin, Buri (4), Muelemann, Rose, Silvan, Volet, Cassuto (5), Cons, Barbosa (1). Coach: Staricco. – Winterthur: Vallmitjana; Krüsi, Grandis (6), Rauber (1), van Westendorp, Hoenig (3), von Ballmoos, Nägeli (2), Thomas (2), Hartmann (2).

 

Genf – Winterthur 8:18 (2:3, 3:2, 1:7, 2:6). – Torfolge: 0:1, 2:1, 2:3, 5:3, 5:11, 6:17, 8:17, 8:18. – Strafen gegen Genf 3 und 1 DM, gegen Winterthur 4 und 1 DM. – Genf: Haldi; Mangin, Buri (4), Muelemann, Rose, Silvan (1), Volet, Cassuto (1), Cons, Barbosa (1), De Wit. Coach: Staricco. – Winterthur: Vallmitjana; Krüsi, Grandis (4), Rauber (2), van Westendorp (3), Hoenig (7), von Ballmoos (1), Nägeli, Hartmann (1).

Niederlage der Meisterinnen

WASSERBALL. Unerwartet haben die Winterthurer Wasserballerinnen am Sonntag ihr Heimspiel gegen Horgen verloren. Die amtierenden Schweizer Meisterinnen schafften es nicht, die Gäste von ihrem Spielkonzept abzubringen. Die ehemalige Nationalspielerin Erika Jäger setzte sich immer wieder am Center durch und warf fünf Tore. Und Jeanette Pape traf aus der Distanz ebenfalls vier Mal für die Gäste.Im Angriff agierten die Winterthurerinnen zu statisch und warfen viele Pässe ungenau. So resultierte am Ende ein 9:14. Die Niederlage sei aber «nicht so schlimm», befand Nationalspielerin Athena Grandis nach der Partie. Es sei ja erst das zweite Match der neuen Equipe gewesen. Nach dem Titelgewinn vom Sommer sind einige Leistungsträgerinnen zurückgetreten oder haben den Club verlassen. Und Torfrau Anabel Vallmitjana fehlte krank.

Allerdings liess das Team nach dem Rückstand zur Spielhälfte das Aufbäumen vermissen. Im Gegenteil gerieten die Winterthurerinnen, im dritten Viertel mit fünf Schweizer Meisterinnen von letzter Saison im Wasser, noch weiter in Rückstand. Bis die Differenz zum Gegner zu gross war zum Aufholen. Schmerzlich vermisste in dieser Phase man eine Leaderin wie Nikoletta Kotsidou, nicht nur Topskorerin, sondern auch Stütze in der Verteidigung.

Zeit, um noch zu reagieren

«Es hat einiges nicht gestimmt», monierte Coach Juan Vallmitjana, die ungenauen Pässe und ausgelassenen Torchancen erwähnend. Und sprach davon, dass man gewisse Dinge eben üben müsste. Vallmitjana meint aber, die Niederlage sei «zur richtigen Zeit gekommen, um noch zu reagieren». Allerdings haben die Winterthurerinnen im Kampf um die Titelverteidigung zwei Punkte verloren. Denn 2015 gibt es ja keine Playoffs mehr. skl

Nationalliga Frauen: Winterthur – Horgen 9:14 (1:1, 2:4, 4:6, 2:3). – Torfolge: 0:1, 2:1, 2:4, 3:7, 4:8, 5:11, 8:11, 8:14, 9:14. – Strafen gegen Winterthur 5 und 1 Fünfmeter, gegen Horgen 5. – Winterthur: Schneider; Buob (3), Nelson, Schurter, Rauber (4), Canonica, Frei, Von Ballmoos, Nägeli (1), Thomas, Grandis, Hartmann. Coach: Vallmitjana. – Horgen: Vetterli; Hagy, Moor, Beerli, Jäger (5), Widmer, Pape (4), Velikova (1), Barbieri, Hegetschweiler (1), Kern, Rüegsegger (2), Iten (1). Coach: Item.

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